Saarbrücken. Für ihr „vorbildliches Engagement, schwerbehinderte Menschen in den Berufsalltag mit einzubeziehen“, wurden gestern drei saarländische Arbeitgeber mit dem Inklusionspreis 2011 „Chancen für alle im Arbeitsleben“ gewürdigt. Sozial-Staatssekretärin Gaby Schäfer (CDU) überreichte die mit jeweils 1500 Euro dotierten Auszeichnungen an die Zimmerei Ferber aus Losheim, die Bexbacher Druckerei Kern und an das Saar-Finanzministerium. „Die Integration in den Arbeitsmarkt bildet die Basis für eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung“, sagte Schäfer. Die Gewinner würden dies einigen Menschen mit Behinderungen auf eine beispielhafte Weise ermöglichen. Zum neunten Mal wurde die Auszeichnung von einer aus Behindertenvertretern bestehenden Jury vergeben, 17 Arbeitgeber hatten sich für den Inklusionspreis, der letztes Jahr noch Integrationspreis hieß, beworben. Die Zimmerei Ferber hat derzeit zwei schwerbehinderte Angestellte bei 16 Mitarbeitern, die Druckerei Kern (43 Mitarbeiter) beschäftigt zwei gehörlose Buchbinder. „Die Kommunikation funktioniert über Lippenlesen und langsames Sprechen“, sagt Geschäftsführer Jürgen Kern, in dessen Unternehmen keiner Gebärdensprache beherrsche. Das funktioniere trotzdem sehr gut. Das Finanzministerium habe eine Vorreiterrolle: Elf Prozent der Mitarbeiter seien schwerbehindert (233 Beschäftigte). Saarlandweit sind die Zahlen jedoch stark ausbaufähig: nach Angaben des Sozialministeriums sind 9500 Menschen mit Behinderung erwerbstätig, was einer Beschäftigungsquote von 4,1 Prozent entspricht. Um die Werte zu steigern, müssen andere Arbeitgeber den Preisträgern jedoch erst einmal folgen. Quelle:Saarbrükcer Zeitung ; bkl _________________________________________________________________________________________________ Unterzeichnung der Zielvereinbarung zur Herstellung von Barrierefreiheit am Flughafen Saarbrücken Pressemitteilung vom 19.01.2012 - 10:00 Uhr Monika Bachmann, Ministerin für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport hat gemeinsam mit dem Direktor des Flughafens Saarbrücken, Prof. Dr. Friedhelm Schwan, und Angela Staub, Vorsitzende der Landesvereinigung Selbsthilfe e.V., sowie Vertretern von Behindertenverbänden am 19. Januar 2012, auf dem Flughafen Saarbrücken in Ensheim, eine Zielvereinbarung zur Herstellung von Barrierefreiheit unterzeichnet. Durch die Zielvereinbarung mit dem Flughafen Saarbrücken sollen Flugreisen für Mensch Die zu erreichenden Ziele der Vereinbarung haben die saarländischen Behindertenverbände Sozialverband VdK-Saarland e.V., SoVD Sozialverband Deutschland-LV Rheinland-Pfalz/Saarland und Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Landesverband Saarland e.V. unter Federführung der Landesvereinigung Selbsthilfe e.V. in Zusammenarbeit mit dem Landesbehindertenbeauftragten Wolfgang Gütlein und dem technischen Team des Flughafens Saarbrücken erarbeitet. „Ich freue mich, dass die saarländische Zielvereinbarung zur Herstellung von Barrierefreiheit beim Flughafen Saarbrücken unterzeichnet wird. Dadurch wird ein zentrales Ziel der UN-Behindertenrechtskonvention unterstützt, nämlich Menschen mit Behinderung mehr Selbstbestimmung, eine unabhängige Lebensführung und uneingeschränkte Teilhabe zu gewährleisten“, sagt Sozialministerin Bachmann. Professor Schwan erklärt: „Am Flughafen Saarbrücken ist in den vergangenen Jahren bereits vieles für Reisende mit Behinderungen getan worden: Der Medical-Lift zum Beispiel ermöglicht einen leichten Übergang von und zu den Flugzeugen und die Mitarbeiter sind geschult, um den barrierefreien Transfer von Betroffenen vom Rollstuhl ins Flugzeug zu gewährleisten. Mit Unterzeichnung der Zielvereinbarung verpflichtet sich der Flughafen Saarbrücken zur weiteren barrierefreien Ausgestaltung des Parkhauses und der An- und Abflughalle.“ Dies betrifft sowohl die bauliche Einrichtung des Flughafens als auch die Ausstattung und die Information für behinderte Flugpassagiere und ihre Begleitung. Im Gegenzug dazu verpflichten sich die Verbände, ihre Mitglieder über das Angebot zu informieren und das Unternehmen bei der Umsetzung zu unterstützen. „Auch in Zukunft wird die Landesregierung mit dem Landesbehindertenbeauftragten, Wolfgang Gütlein, die Behindertenverbände bei der Realisierung von Zielvereinbarungen unterstützen, um Barrierefreiheit und damit uneingeschränkte Teilhabe zu erreichen“, sagt Ministerin Bachmann. |