Förderschüler im Saarland mittendrin
Gemeinsamer Unterricht für Schüler mit und ohne Behinderung - Im Saarland wurde diese Art der Integration besonders gut umgesetzt. Jedes dritte Kind mit Förderbedarf besucht eine Regelschule.
Damit liegt das Saarland über dem Bundesdurchschnitt. (23.03.2012) Das Saarland liegt bei der Integration von Kindern mit Behinderung an der Spitze der süddeutschen Bundesländer und auch deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Das zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Während im Schuljahr 2010/2011 bundesweit 22,3 Prozent der verhaltensauffälligen, lern- oder körperbehinderten Schüler eine Regelschule besuchten, waren es im Saarland 36,1 Prozent.
Deutscher Spitzenreiter beim gemeinsamen Unterricht für behinderte und nicht behinderte Kinder ist Schleswig-Holstein. Fast die Hälfte aller lern- und körperbehinderten Kindern in Schleswig-Holstein gingen auf eine reguläre Schule.
Auch Berlin und Bremen konnten gute Quoten nachweisen. Hier nahmen 40 Prozent der förderungsbedürftigen Kinder am normalen Unterricht teil. Förderbedarf im Saarland höher als der Bundesdurchsschnitt Deutschland hat sich verpflichtet, Kinder mit und ohne Förderbedarf künftig gemeinsam zu unterrichten.
Die Abkehr vom Sonderschulsystem und die sogenannte "Inklusion" von förderbedürftigen Schülern in Regelschulen schreibt eine UN-Konvention vor, die vor drei Jahren in Kraft getreten ist. Eine halbe Million Schüler in Deutschland sind förderbedürftig.
Dies sind 6,4 Prozent aller Schüler. Im Saarland liegt der Anteil bei 6,8 Prozent. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung stellt fest: "Inklusion wird mittelfristig zur Normalität an deutschen Schulen. Das stellt die Schulen vor riesige Herausforderungen, die sie nur mit genügend gut ausgebildetem Personal bewältigen können"..
Um alle Kinder im Saarland angemessen fördern zu können, seien den Berechnungen der Studie zufolge 43 zusätzlliche Lehrstellen nötig. Umgerechnet bedeutet das im Vergleich zum Schuljahr 2009/2010 zusätzliche Kosten von jährlich rund 3,1 Millionen Euro, die in voller Höhe ab dem Schuljahr 2020/21 anfallen würden. (dpa/red)